Pädagogik

Unser Bildungskonzept

Das Bild vom Kind

Nie wieder ist ein Mensch so neugierig und entdeckerfreudig wie am Anfang seines Lebens. Die Begeisterungsfähigkeit, die enorme Lernlust und die unglaubliche Offenheit sind der eigentliche Schatz der frühen Kindheit.
Das Kind ist mit vielfältigen Kompetenzen und Fähigkeiten ausgestattet. Wir als pädagogisches Fachpersonal stehen Kindern und  Eltern verlässlich, dialogisch und wertschätzend zur Seite. Wir trauen den Kindern etwas zu und ermutigen sie. Bei uns entwickeln sie ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechende Kompetenzen für erfolgreiches und lebenslanges Lernen.

Kompetenzen bedeuten: Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Unsere pädagogische Sichtweise:

• Durch liebevolle und positive Zuwendung erfahren die Kinder Geborgenheit. Wir hören den Kindern zu und nehmen sie ernst.

• Wir schaffen Zeit und Rahmen, um nach Lösungen zu suchen.  Durch Motivation und Nachfragen regen wir die Kinder zu selbständigem Handeln an, damit sie eigene Lösungswege finden.

• Eine gezielte Beobachtung ist die Grundlage dafür, die Kinder individuell ihrem Entwicklungsstand entsprechend zu fördern. Förderung geschieht in Einzelarbeit und in Kleingruppen.

• Wir geben den Kindern Freiraum zum Spielen und Erproben durch ansprechende Spielecken und Materialien. Eine interessante und attraktive Lernumgebung lädt die Kinder dazu ein, im Zahlen- und Buchstabenland, im Bewegungsraum und in der Kreativwerkstatt aktiv zu werden.

• Ganzheitlich, mit allen Sinnen erfahren die Kinder ihre Umwelt: durch fühlen, riechen, schmecken, sehen, hören.

• Eltern beziehen wir in unsere pädagogische Arbeit in Form von Elternbefragungen, Elternaktionen und Spielenachmittagen ein.


Basiskompetenzen

Das Kind ist mit grundlegenden Basiskompetenzen ausgestattet. Es gilt, die Ich-Kompetenz, die Sozialkompetenz und die Wissenskompetenzen weiter zu entwickeln. Diese Basiskompetenzen sind notwendig, um sein Leben erfolgreich zu gestalten und sich in der Gesellschaft zu recht zu finden.

Ich-Kompetenz

Neugier und individuelle Interessen

Wir nutzen die Neugierde und wecken den Entdeckerdrang der Kinder. Deshalb führen wir mit den Kindern Exkursionen durch, entdecken Farben, Zahlen und vieles mehr in unserer Umwelt und ermöglichen den Kindern vielfältige Materialerfahrungen.

Selbstregulation

Wir schaffen eine positive Umgebung, so dass die Kinder in der Lage sind, ihre Meinungen und Gefühle zu äußern. Wir nehmen die Kinder so an, wie sie sind. Wir befähigen sie, ihre Emotionen bewusst wahrzunehmen, zu regulieren und fördern dadurch ihre Selbstachtung.

Selbstwirksamkeit

Wir befähigen die Kinder Zutrauen zu ihren eigenen Fähigkeiten zu entwickeln damit sie selbstbestimmt handeln können. Wir orientieren  uns an ihrem Entwicklungsstand, ermutigen sie, loben und regen sie zum selbständigen Handeln an.

Autonomie

Bei uns dürfen die Kinder für sich selbst entscheiden, was sie tun, wie sie es tun und wie lange sie es tun. Wir bestärken die Kinder eigene Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

Sozialkompetenz

Empathie und Perspektivenübernahme

Wir leben den respektvollen Umgang miteinander vor und achten auf den rücksichtsvollen und achtsamen Umgang der Kinder untereinander. Durch Gespräche oder  Rollenspiele lernen die Kinder Konflikte zu lösen und sich in andere Personen hinein zu versetzen.

Kooperationsfähigkeit

Durch die Planung der täglichen Aktivitäten üben sich die Kinder in der Zusammenarbeit mit anderen. Sie sprechen sich ab und tauschen ihre Erfahrungen aus.
Bei Kinderkonferenzen lernen die Kinder demokratische Entscheidungen zu akzeptieren.

Kommunikationsfähigkeit

Indem wir Gelegenheiten für Gespräche schaffen, befähigen wir die Kinder dazu,  sich angemessen auszudrücken, die richtigen Begriffe sowie eine entsprechende  Mimik und Gestik zu verwenden. Die Kinder lernen im Stuhlkreis, bei Rollenspielen oder beim Besprechen von Experimenten, andere Kinder ausreden zu lassen und ihnen zuzuhören.

Konfliktmanagement

Um den richtigen Umgang mit Konflikten zu erlernen, führen wir Regeln zu deren Lösung ein. Wir geben Hilfestellung bei Schwierigkeiten und ermuntern die Kinder ihre Bedürfnisse auszudrücken. Durch Respekt und Achtung gelingt es Kompromisse zu schließen.

Wissenskompetenz

Die Kinder erlangen ihre Wissenskompetenz durch die Erweiterung der Denkfähigkeit, des Gedächtnisse, ihrer Phantasie und Kreativität. Durch eine  differenzierte Wahrnehmung lernen die Kinder Begrifflichkeiten und ihre Umwelt mit verschiedenen Merkmalen zu unterscheiden.

Bildungsbereiche

Sprache und Literacy

Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation: Sie ist die Grundlage, mittels der wir die Welt begreifen, Gefühle teilen, Meinungen bilden und Ziele formulieren. Indem wir die Sprache der Kinder erweitern, erweitern wir gleichzeitig ihre Welt.
Durch die Sprache lernt das Kind zuzuhören und seine Gedanken mitzuteilen. Es entwickelt sprachliches Selbstbewusstsein, macht erste Erfahrungen mit der Schrift und Schriftkultur.

Deshalb
• schauen wir Bilderbücher an
• wecken wir das Interesse rund um Laut- und Sprachspiele, an Reimen
Liedern, Fingerspielen und Gedichten
• halten wir Kinderkonferenzen ab
• führen wir Beobachtungsverfahren durch: bei deutschen Kindern SELDAK, bei Kindern mit Migrationshintergrund SISMIK

SELDAK: Sprachentwicklung und Litracy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern
SISMIK : Sprachverhalten und Interessen an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen

• erfinden, gestalten und führen wir eigene Theaterspiele auf
• kommen Hörspiele zum Einsatz.

Speziell für die Krippenkinder
• begleiten wir Aktivitäten immer sprachlich und singend, z. B. beim Waschen
im Bad.

      Speziell für die Vorschulkinder
• arbeiten wir mit dem Computerlernprogramm „Schlaumäuse“
• findet in der Schule zusätzlicher Deutsch-Förderunterricht für Vorschul-
Migrantenkinder statt.


Gesundheit, Ernährung, Körper und Hygiene

Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der mit der Geburt beginnt. Grundlegende Gewohnheiten entwickeln sich bereits in den ersten Lebensjahren und sie bleiben ein Leben lang erhalten. Aus diesem Grunde achten wir auf eine gesunde Lebensführung.

Deshalb
• bekommen die Kinder gesunde Getränke
• sammeln sie Erfahrung in der Zubereitung von Speisen
• nehmen wir Mahlzeiten als Pflege sozialer Beziehungen gemeinsam ein
• haben die Kinder Gelegenheit sich zum Ruhen, Erholen und
Schlafen zurückzuziehen
• gehen wir regelmäßig in die Sauna
• halten wir uns viel an der frischen Luft auf
• nehmen wir gemeinsam ein gesundes Frühstück ein

Speziell für unsere Krippenkinder
• bieten wir gesunde, abwechslungsreiche Vollverpflegung an
• gehen wir täglich zum Trautreten in den Kneippgarten
• Kneippen wir regelmäßig, z. B. Trockenbürsten, Waschungen, Wasser treten.

Mathematik, Naturwissenschaft und Technik

Der Alltag ist voller geometrischer Formen, mathematischer Zahlen und Mengen.  Kinder wenden Mathematik an und lernen Zusammenhänge verstehen.
Auch Natur und Umwelt bieten viele Beobachtungsmöglichkeiten, aus denen die Kinder wiederum Schlüsse ziehen können.

Deshalb
• fördern wir räumliches Denken, indem wir mit Konstruktionsmaterial ,
z. B. Lego und Bausteinen spielen oder nach Bauplänen bauen
• betrachten und ertasten wir geometrische Formen und Zahlen spielerisch
mit allen Sinnen und erlernen ihre Bezeichnung
• beobachten und beschreiben wir Gegenstände aus unserem täglichen
Umfeld  und benennen ihre Eigenschaften: Farbe, Form und Oberfläche
• zählen und vergleichen wir in täglichen Situationen, beispielsweise das Zählen der Kinder beim Morgenkreis
• teilen wir Mengen – z. B. bilden acht Kinder zwei Mannschaften
• experimentieren wir mit Messbecher, Lineal und Waage. So erlernen die Kinder spielerisch abmessen und wiegen.
• erleben Kinder aktiv die Jahreszeiten und das Wetter
• beobachten wir Besonderheiten in der Pflanzen- und Tierwelt
• forschen wir in der Natur und schützen diese
• setzen wir uns für Nachhaltigkeit ein, z. B. sparen wir Wasser, Strom und Papier.

Forscherbeispiel:
Bei unseren Aufenthalten im Freien haben wir Lupenbecher und ein Naturlexikon dabei, um Pflanzen und Tiere bestimmen zu können.
 

Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport

Lernen geschieht über Bewegung und gilt als elementarer Bestandteil der Entwicklung. Bei allen Bewegungsangeboten stehen die Eigenaktivität der Kinder und das weitgehend freie und kreative Erproben neuer Bewegungsmöglichkeiten im Vordergrund.

Deshalb
• turnen wir einmal in der Woche
• gibt es außerhalb der Turnstunden Bewegungsbaustellen

Bewegungsbaustelle =
verschiedene Turngeräte werden im Raum aufgebaut und die Kinder nutzen sie selbstständig

• gehen wir möglichst oft in den Garten
• bieten wir Waldtage an
• beziehen wir den Flur in den Freispielraum mit ein
• studieren wir Tänze zu verschiedenen Festen ein

Speziell für unsere Krippenkinder
• machen wir Kniereiter-, Strampel- und Fliegerspiele
• bieten wir genügend Freiraum zum Krabbeln und Laufen lernen an
• lernen wir rhythmische Krabbelspiele und klatschen dazu
• tanzen und bewegen wir uns zur Musik.


Ästhetik, Kunst und Kultur

Durch Kunst entfalten Kinder ihr kreatives und künstlerisches Potential. Kreativität ist die Fähigkeit, im Denken neue, auch unerwartete Wege zu gehen.

Deshalb
• bekommen die Kinder Papier, Schere, Stifte und kreatives Material zur
freien Gestaltung, um eigene Ausdruckswege zeichnend, malend, bildnerisch-plastisch zu entdecken
• basteln wir mit den Kindern Requisiten für Feste
• können die Kinder mit Finger- und Handpuppen spielen
• spielen die Kinder am Matschbereich
• werken die Kinder mit Holz und Naturmaterial
• experimentieren die Kinder mit Wasser und Farben
• basteln wir mit wertlosem Material

wertloses Material = scheinbar nutzloses, kostengünstiges Material wie Papprollen, leere Verpackungen, Metalldeckel, Joghurtbecher, Gläser …

• dekorieren wir unseren Kindergarten mit unseren Kunstwerken
• veranstalten wir Spiele- und Bastelnachmittage für Eltern – Kind.


Werteorientierung, Ethik und Religiosität

Kinder erfragen unvoreingenommen die Welt. Sie stellen die Grundfragen nach dem Anfang und Ende, nach dem Sinn und Wert ihrer Selbst und nach Leben und Tod. Kinder sind darauf angewiesen, vertrauensbildende Grunderfahrungen zu machen.  Eigene religiöse Erfahrungen und das Miterleben von Gemeinschaft, Festen, Ritualen sowie kennen lernen von Zeichen und Symbolen können ihnen dabei helfen. Ethische und religiöse Bildung hat den unterschiedlichen Gegebenheiten in unserer Kindertagesstätte Rechnung zu tragen.

Deshalb
• erhalten die Kinder bei uns die Möglichkeit, die verschiedenen Formen von
Religion und Glauben kennen zu lernen und zu tolerieren
• feiern wir religiöse Feste wie Erntedank, Weihnachten, Ostern
• lernen die Kinder islamische Feste kennen, z. B. Ramadan
• lernen die Kinder Rituale kennen, die das Leben strukturieren und ordnen
helfen, z. B. gemeinsames Essen, beten vor dem Essen
• halten wir die Kinder an, Höflichkeitsformen anzuwenden
• vermitteln wir den Kindern, dass es wichtig ist, auf andere Rücksicht zu
nehmen und sich gegenseitig zu respektieren.

Zurück zur vorherigen Seite

ANSPRECHPARTNER

Städtischer Kindergarten Weidach
Wittkenstr. 6
96465 Neustadt
Telefon 09568 7888

Träger:
Stadt Neustadt bei Coburg
Georg-Langbein-Str. 1
Telefon 09568 81106
Fax: 09568 81222

E-Mail schreiben