Fechheim

Die erste Nennung Fechheims findet sich in dem Spruchbrief über die Grenzen der Wälder Haide und Gefell von 1162, wo der Weg erwähnt wird, der „de Vechene“ (von Fechen) nach Mupperg führte.

Wie im Dialekt noch gebräuchlich, findet sich auch hier der ursprüngliche Name Fechen oder Vachen, dem erst spät ein „-heim“ angefügt wurde. Über die Deutung des Namens besteht keine Einigkeit, doch könnte er von „facha“ abgeleitet sein, was „Platz mit einem Fach“ bedeutet. Das weist auf eine umzäunte Gerichtsstätte hin. Fechheim besaß sowohl ein geistliches („Send“) wie auch ein weltliches Gericht („Zentgericht“). Auch die Neustadter mussten hier ihr Recht suchen, bis die Zent um 1300 nach Neustadt verlegt wurde. (Das Sendgericht behielt Fechheim noch länger.)

Schon die Rechtsgeschichte, besonders aber auch die kirchliche Entwicklung weist darauf hin, dass Fechheim zu den ältesten Siedlungen des Coburger Landes zählt. Die Fechheimer Kirche, ursprünglich eine Kilianskirche, war als Zentrum einer Großpfarrei mit allen Pfarrrechten begabt. Das ursprüngliche Pfarreigebiet reichte von Ebersdorf und Hofstätten (Sonnefeld) bis Judenbach, von Seidmannsdorf bis Schierschnitz. Auch 1528/29, als Neustadt längst eine eigene Pfarrkirche und zugehörige Orte hatte, gehörten zur Fechheimer Gemeinde noch 25 Filialgemeinden; heute sind es 14. 

Obwohl schon Krieg herrschte, ging es dem Dorf 1630 noch gut: man zählte damals 25 Rinder, 300 Schafe und 35 Schweine. Bei einem Überfall der Kronacher 1634 wurde das ganze Dorf in Schutt und Asche gelegt. Zwölf Brandstätten blieben zurück, darunter das Pfarrhaus und die Schule. 1638 wohnte nur noch ein wehrfähiger Mann in Fechheim.

Am Ende des 17. Jahrhunderts bestand bei Fechheim ein Eisensteinbergwerk. Es war von Johann Müller gegründet worden, der dann später den Eisenhammer bei Ebersdorf betrieb, wo er seinen Rohstoff verwerten konnte.

Von 1702 bis 1704 wurde die Kirche unter Pfarrer Eyring völlig umgebaut und erweitert. Zur Innenausstattung zählen seitdem die von dem Coburger Maler Johann Schnabel bemalten Brüstungsfelder der Emporen sowie die prächtig gestaltete Barockkanzel. Anlässlich der Einweihung wurde die Kirche in Michaeliskirche umbenannt.

1859, als das alte Schulhaus nicht mehr ausreichte und baulich in schlechtem Zustand war, begann man mit einem Neubau. Bis 1971, zuletzt in einem Schulverband „Fechheim – Fürth am Berg – Wellmersdorf“ wurde hier Unterricht erteilt.

Der Erste Weltkrieg kostete vierzehn Fechheimer das Leben, aus dem Zweiten kamen zwölf nicht zurück. Das Krieger-Ehrenmal in Fechheim verzeichnet die Gefallenen der Kirchengemeinde.

1958 wurde der Dorfbrunnen geweiht, den Fechheim 1956 im Wettbewerb „Das schönere Dorf“ als ersten Preis erhalten hatte. Er ist ein Werk des Münchner Bildhauers Hans Rucker. Als Brunnenfigur ist ein Pferd dargestellt.

1971 entstand die Gemeinde Wasung aus den Dörfern Aicha, Fechheim, Fürth am Berg mit Horb, Mittelwasungen, Plesten und Unterwasungen. Zum 1. Januar 1976 ließ sich Wasung nach Neustadt eingemeinden.

Da das Pfarrhaus und ein paar Räume in der ehemaligen Fechheimer Schule sowie das Gemeindehaus in Fürth für die gemeindliche Arbeit nicht mehr ausreichten, griff die Kirchengemeinde zu, als sich die Gelegenheit bot, das Hofbauern-Anwesen zu erwerben und zum Gemeindehaus mit „Gemeinde-Scheune“ umzugestalten. 1991 fand die Weihe statt.

Zusammenstellung: Isolde Kalter

Michaelskirche

Text und Bild: Pfarrer K. Loris

Die Michaelskirche ist eine der Ur-Pfarreien im Coburger Land. Die Geschichte der Kirche geht bis ins 9. Jahrhundert zurück. Heute umfasst die ländlich geprägte Kirchengemeinde Fechheim 14 Dörfer aus drei politischen Gemeinden (Neustadt b. Coburg, Rödental, Sonnefeld). Dazu zählen gehören die Dörfer Aicha, Bieberbach, Birkig, Blumenrod, Boderndorf, Fechheim, Fürth am Berg, Horb, Kemmaten, Mittelwasungen, Oberwasungen, Plesten, Unterwasungen und Wellmersdorf. Gottesdienste feiern wir in der Michaelskirche in Fechheim (sonntags 09.30 Uhr) und im Kirchgemeindehaus Fürth am Berg (jeden ersten Sonntag)
Unsere Gemeinde bietet Ihnen viel Fröhlichkeit, Herzlichkeit, Offenheit und auch manches mal zeitgemäßes Geschehen. Die Gottesdienste der Gemeinde sind traditionell, manchmal modern, besonders zielgruppenorientiert, und inspirierend. Die Predigten sind ansprechend und verständlich für Menschen von heute. In den Gottesdiensten und Kleingruppen suchen wir nach erfahrbarer, erlebbarer Spiritualität und nicht nur nach Floskeln.

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