Wellmersdorf

Bei der Namensdeutung Wellmersdorfs kommt zum Grundwort „-dorf“ für Gruppensiedlung ein Personenname als Bestimmungswort, entweder althochdeutsch Wilimar oder slawisch Velomir/Velimer.

Es entstand durch die Lage an einer Straße, vor einer Bergüberquerung, wo Vorspann benötigt wurde. Bei der Straße soll es sich um den alten Salzweg handeln, der aus der Lichtenfelser Gegend (auch im Wellmersdorfer Flurbuch deshalb „Lichtenfelserstraße“ genannt) zu den Hallenser Salzquellen führte.

Erstmals erwähnt wurde es 1307 in einer Urkunde des brandenburgischen Statthalters Walter von Barby, der den Mönchen des Klosters Banz als Entschädigung für angetane „Ungebühr“ ein Gut in Wellmersdorf überließ.

Im Jahre 1516 bestand Wellmersdorf aus acht Gütern.

Mittlerweile als Bodendenkmal eingetragen sind die Überreste der Kapelle „Neue Wallfahrt“ in der Haide nahe Wellmersdorf. Dort war allerdings seit der Flurbereinigung nichts mehr obertägig zu sehen; seit der Vergrößerung der Sandgrube könnten auch die letzten Überreste im Boden zerstört sein. Es existieren heute noch die Flurbezeichnungen "Wahlfahrt" für zwei Flurstücke in diesem Gebiet, außerdem "Kappel" für die Stelle, an der die Neue Wallfahrt gestanden haben muss. Aus der Stadtrechnung der Jahre 1517/1518 ergibt sich die Weihe der "Neuen Wallfahrt", einer Marienkapelle, im Jahr 1518. Ebenso geht daraus hervor, dass neben der Kirche, die zwei Altäre besaß, noch ein Wirtshaus, das „Bruderhäuslein“ und ein Brunnen standen. Anlässlich der ersten protestantischen Kirchenvisitation 1528 vermerkt das Protokoll, der Rat der Stadt habe die "Kapelle der Neuen Wallfahrt" abbrechen lassen.

Vor dem dreißigjährigen Krieg zählte der Ort neun wehrfähige Männer. In der Steuerliste von 1646, die zehn Höfe nennt, finden sich drei Männer als Haushaltsvorstände, eine Witwe und in sechs Fällen „Erben“, also Familien ohne männlichen Erwachsenen. Stark betroffen von den Plünderungen war offensichtlich der Viehbestand, da von 62 Rindern, die 1630 noch gezählt wurden, 1638 nur noch ein einziges vorhanden war. Der Vorkriegsstand wurde erst nach 50 Jahren Frieden wieder erreicht.

Die Wellmersdorfer Schule wurde zunächst als Präzepturschule eingerichtet (d.h. noch nicht fertig ausgebildete, von der Gemeinde bezahlte Lehrer). Die Lehrer klagten häufig über die Zustände, z.B. den „Wandeltisch“, das heißt, der Lehrer musste zum Mittagessen zum Teil nach Birkig, Boderndorf oder Kemmaten marschieren. 1860 wurde ein neues Schulhaus eingeweiht. 1954 wurde erneut ein Schulhausneubau begonnen. Ab 1965 mussten jedoch die Schüler der Oberstufe nach Neustadt, ab 1971 alle. Das leerstehende Gebäude wurde 1972 zum Kindergarten.

Der Erste Weltkrieg kostete drei, der Zweite acht Wellmersdorfer das Leben.

Zum 1. Mai 1978 ließ sich Wellmersdorf nach Neustadt eingemeinden.

Der Stadtteil Wellmersdorf zählt 129 Einwohner (Stand 01.07.2010)

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