Aktuelle Informationen des Landratsamtes Coburg

Corona-Hotline des Landratsamtes Coburg: 09561 514-9393.
Kita-Hotline des Landratsamtes Coburg: 09561 514-2230 und 514-2231
Zeiten (gültig für Corona-Hotline und Kita-Hotline)

Montag 7.30 - 16.30 Uhr
Donnerstag 7.30 - 17.30 Uhr
Freitag 7.30 - 15.00 Uhr
Samstag/Sonntag 9.00 - 15.00 Uhr
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Meldungen des Landratsamtes Coburg in chronologischer Reihenfolge

14.05.2020 | Die Zahl der COVID-19-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage (Sieben-Tage-Inzidenz-Wert) liegt für den Landkreis Coburg seit heute bei 58,7 (Robert-Koch-Institut COVID-19: https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_1/). Ab einem Wert über 50 haben die jeweils betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionskette zu treffen.

Der Landkreis Coburg beobachtet die steigende Zahl der Neuinfektionen bereits seit einigen Tagen und hat deshalb bereits Maßnahmen zur Eindämmung einer Weiterverbreitung des Virus getroffen, die nun noch weiter ausgebaut werden.

Ein Großteil der COVID-19-Neuinfektionen im Landkreis Coburg tritt in Pflegeeinrichtungen auf und steht unter anderem in Zusammenhang mit Dialysebehandlungen. Um die Infektionskette schnellstens unterbrechen zu können, wurden in den betroffenen Pflegeeinrichtungen nicht nur infizierte von nicht-infizierten Bewohnern getrennt (Kohortenbildung) und das Pflegepersonal getrennt eingesetzt, sondern auch bereits Reihentestungen vorgenommen, was wiederum die steigende Zahl der Neuinfektionen erklärt.

Diese Erkenntnisse ermöglichen es, auf die steigende Zahl an Neuinfektionen zielgerichtet vor Ort mit entsprechenden Beschränkungen reagieren zu können.
Unter Einbeziehung der Landesbehörden, wie dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, hat das Landratsamt Coburg also ein konsequentes Beschränkungskonzept erarbeitet, das nun wie folgt zur Anwendung kommt:
- Ab sofort gilt für alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen ein Besuchsverbot, wie es bis vor kurzem bundesweit gegolten hat. Dieses gilt für die Einrichtungen im Landkreis Coburg vorerst für die nächsten zwei Wochen. Ausnahmen werden für Angehörige von im Sterben liegenden Personen gemacht. Damit sollen zum einen die Bewohner der Pflegeeinrichtungen, die bekanntlich zur Risikogruppe zählen, geschützt und zum anderen verhindert werden, dass sich Besucher anstecken.
- Es ist vorgesehen, die Reihentestungen in den betroffenen Pflegeeinrichtungen, gemeinsam mit MDK und LGL, sukzessive als Vorsichtsmaßnahme auf alle Pflegeeinrichtungen auszuweiten.
- Auch die Dialysepatienten, die nicht in einer Pflegeeinrichtung wohnen, befinden sich in Quarantäne und werden durch das Gesundheitsamt betreut – sofern sie infiziert oder Kontaktpersonen sind.
- Die Patienten erhalten ihre Dialysebehandlung natürlich weiterhin. Der Transport erfolgt unter strengsten Hygieneregeln.
- Auch in den Dialysestationen wurden entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung einer Weiterverbreitung des COVID-19-Virus ergriffen und Reihentestungen sind erfolgt.

„Uns ist bewusst, dass diese Maßnahmen, insbesondere für die Bewohner von Pflegeheimen und deren Angehöriger, wieder einschneidend sind. Sie sind aber leider unerlässlich, um die Weiterverbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger im Coburger Land hat oberste Priorität. Und deshalb bitte ich alle um Verständnis für diese Maßnahmen. Wenn wir die Infektionskette unterbrechen wollen, haben wir keine andere Chance, als in den besonders betroffenen beziehungsweise gefährdeten Einrichtungen Maßnahmen zu ergreifen“, so Landrat Sebastian Straubel. Gleichzeitig bittet er alle Bürgerinnen und Bürger im Coburger Land weiterhin darum, „lieber etwas vorsichtiger zu sein, als die Situation auf die leichte Schulter zu nehmen. Nicht nur zum Eigenschutz, sondern zum Schutz aller Mitbürger“.

Im Gesundheitsamt sind aktuell mehr als 80 Mitarbeitende intensiv damit beschäftig, die Infektionsketten offenzulegen und zu durchbrechen. Durch den Einsatz der Contact Tracing Teams, die der Region seit Mitte April zur Verfügung stehen, konnte die Kontaktpersonenermittlung noch einmal deutlich verstärkt werden. Gerade dieser Bereich – in dem auch vorher bereits 40 Mitarbeiter aktiv waren – bildet die Grundlage, um das Infektionsgeschehen offenzulegen und mit geeigneten Maßnahmen effektiv zu bearbeiten.

Hierzu gehört unter anderem die deutliche Ausweitung der Abstriche, die in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt werden, um festzustellen, ob Bewohner am Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankt sind. Diese sogenannten Reihenabstriche werden sehr konsequent sowohl für alle Bewohner als auch für das in den Heimen beschäftigte Personal vorgenommen. Sie dienen dazu, einen umfassenden Überblick über die Infektionen zu erhalten, der es dann ermöglicht sofort die geeigneten Schutzmaßnahmen mit den Einrichtungen zu besprechen und diese durchzuführen.

„Ganz grundsätzlich ist hier anzumerken, dass die Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis seit dem Ausbruch der Epidemie sehr sorgsam und verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen sind. Die Zusammenarbeit sowohl mit dem Gesundheitsamt als auch mit der Heimaufsicht war die ganze Zeit über und ist auch aktuell eng und vertrauensvoll. Dass es in einzelnen Heimen Infektionen gibt, ist nicht zu vermeiden und es ist keiner Einrichtung hier ein Vorwurf zu machen. Wichtig ist aber, dass diese Infektionen schnell erkannt und effektiv bekämpft werden“, so Martina Berger, organisatorische Leiterin des Gesundheitsamtes Coburg.

Für eben diese Unterbrechung der Infektionskette dienen die Reihentestungen, die allerdings auch dazu führen, dass erhöhte Infektionszahlen festgestellt werden. „Wo viel getestet wird, da findet sich auch viel – wer nicht testet, der findet nichts. Im Landkreis Coburg gehen wir den Weg viel zu testen – denn nur so erhalten wir ein ehrliches Bild von der tatsächlichen Situation und nur so gelingt es uns, sehr schnell und konsequent mit den geeigneten Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen zu reagieren“, so Martina Berger.

Der BfV hat hier auf die Möglichkeit der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs ab 11.05.2020, unter den dort aufgeführten Vorgaben bzw. Schutzmaßnahmen hingewiesen. Dazu wurde auf die unbedingte vorherige Genehmigung der örtlichen Behörden verwiesen. Genehmigungen bzw. Ausnahmen von den bestehenden Verboten nach der hier einschlägigen vierten Bayer. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (4. BayIfSMV) können nur die Kreisverwaltungsbehörden erteilen.

Nach § 9 Abs. 1 der 4. BayIfSMV ist der Trainingsbetrieb nur von Individualsportarten, wie. z. B. Golf, Tennis, etc., alleine oder in kleinen Gruppen bis zu fünf Personen zugelassen (incl. Trainer, Betreuer). Diese Regelung gilt ausschließlich nur für den Individualsport und nicht für Mannschaftssportarten. Eine Ausnahmeermächtigung für Kreisverwaltungsbehörden hat der Verordnungsgeber nicht eingerichtet, so dass wir keine Ausnahmen für den Trainingsbetrieb von Mannschaftssportarten, so auch Fußballtraining, erteilen können und dürfen!

Auch wenn das StMI auf der Internetseite www.corona-katastrophenschutz.bayern.de aufführt, dass grundsätzlich mannschaftsbezogene Sportarten, die einen Körperkontakt nicht ausschließen lassen, wie Fußball, Volleyball, Basketball, Football usw. derzeit nicht ausgeführt werden können, es aber möglich wäre ein kontaktloses Training in Form von z.B. Taktik-, Technik- oder Konditionstraining o.ä. abzuhalten, wenn dies im Freien und mit insgesamt höchstens 5 Personen stattfindet (siehe auch: https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php), liegt eine Ausnahmeregelung in § 9 Abs. 1 der 4. BayIfSMV nicht vor.

Daher ist die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs von Mannschaftssportarten vorerst nicht möglich!

Der Zeitplan des Bayern-Plans zur Corona-Krise sieht vor, dass ab dem 18.05.2020 die Außengastronomie wieder bis 20.00 Uhr möglich sein soll. Sollten die Vereinslokale, -heime oder -gaststätten eine gaststättenrechtliche Konzession (§ 2 GastG) als Schankwirtschaft haben, dürften diese unter Einhaltung der hierfür vorgegebenen Hygienemaßnahmen ebenfalls öffnen. Dies trifft dann nur für den „Biergarten“ zu, nicht jedoch für das Vereinsheim oder die Vereinsräume. Diese sind nach wie vor geschlossen zu halten. Dies gilt jedoch vorbehaltlich einer verbindliche Regelung.

  • © Landratsamt Coburg Nicole Bamberger-Alefeld an ihrem heimischen „Näharbeitsplatz“
  • © Landratsamt Coburg Bei der Übergabe der ehrenamtlich genähten Masken in Ebersdorf (von links): Landrat Sebastian Straubel, Bürgermeister Bernd Reisenweber, Ilse und Herbert Heimann, Hans-Joachim Lieb, Dr. Wolfgang Hasselkus sowie Danica Faber vom Sozialmanagement der Gemeinde Ebersdorf

04.05.2020 | Über 80 Ehrenamtliche nähen auf den Aufruf des Koordinierungszentrums Bürgerliches Engagement des Landkreises Coburg hin zahlreiche Community-Masken. Eine von ihnen ist Nicole Bamberger-Alefeld: „Ich habe den Aufruf auf Facebook gelesen, dass ehrenamtliche Näherinnen für den Landkreis Coburg gesucht werden und nicht lange nachgedacht und mich gemeldet. Ich finde, wenn man in Notsituationen helfen kann, sollte man das auch tun.“

Die ersten dieser Masken sind nun fertig und wurden bereits an ehrenamtliche Helfer, die während der Corona-Krise beispielsweise ältere Menschen durch Einkäufe, etc. unterstützen, verteilt – getreu dem Motto „Ehrenamtliche nähen für Ehrenamtliche“.

Aber es wurde und wird weiter genäht und die Masken werden an Geschäfte in den Gemeinden und Städten im Landkreis Coburg verteilt, wo sie vorrangig an die älteren Bürgerinnen und Bürger kostenlos vergeben werden.

Das ist nur möglich, weil die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Coburg die Idee der beiden Initiatoren Hans-Joachim Lieb (Kreisrat) und Dr. Wolfgang Hasselkus (Kreisrat und Seniorenbeauftragter des Landkreises Coburg) großzügig finanziell fördert.

Kürzlich haben die beiden, gemeinsam mit Landrat Sebastian Straubel, die ersten von Ehrenamtlichen genähten Masken an Ilse und Herbert Heimann von der gleichnamigen Bäckerei übergeben. Mit den Filialen der Bäckerei Heimann wurden die ersten Geschäfte im Landkreis Coburg mit diesen Community-Masken versorgt. Sehr zur Freude von Bürgermeister Bernd Reisenweber, dessen Idee es war, diese nicht im Rathaus auszugeben, sondern da, wo alle Leute aktuell auch hin müssen. „Da kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, nämlich sich etwas Leckeres zum Essen kaufen und gleichzeitig eine Maske bekommen“, sagt Reisenweber mit einem Augenzwinkern. „Ich bin nicht so gut im Nähen, sonst hätte ich mich bei der Aktion eingebracht“, räumt Ilse Heimann ein, „aber dafür unterstützen wir das Projekt eben auf diese Art und Weise. Wir helfen gerne, wo wir können.“

Die Masken sind jeweils mit einem „Beipackzettel“ hygienisch verpackt in kleine durchsichtige Tüten, die die Firma Frischmann Kunststoffe GmbH aus Eisfeld dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

„Die ehrenamtlichen Helfer, die solche Community-Masken nähen, leisten damit einen wichtigen Baustein, um andere zu schützen und  die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Und gerade der Gedanke, dass Ehrenamtliche für Ehrenamtliche nähen, ist eine schöne und sinnvolle Idee. Denn das macht deren Engagement für die älteren Menschen im Coburger Land noch sicherer“, so Landrat Sebastian Straubel. Und dass sich in den einzelnen Gemeinden und Städten Geschäfte bereit erklären, diese Masken an die Bürgerinnen und Bürger auszugeben, mache es für viele Menschen ein ganzes Stück leichter, an Masken zu kommen, deshalb bedankt sich der Landrat auch bei den Gewerbetreibenden für deren Unterstützung.

„Auf unsere Ehrenamtlichen im Coburger Land ist zu 100 Prozent Verlass, sie packen an und helfen uneigennützig wo es geht – das zeigt sich selbst in einer so herausfordernden Zeit wie der aktuellen. Wir können zu Recht stolz auf unsere Ehrenamtlichen sein“, freut sich Tanja Altrichter vom Koordinierungszentrum Bürgerliches Engagement.

Weitere Geschäfte, die Masken verteilen, sollen folgen. Inhaber, die sich an dieser Aktion gerne beteiligen und Masken in ihren Läden ausgeben möchte, können sich gerne unter Telefon 09561/514-2262 an das Landratsamt wenden.Für die Masken wird kein Geld verlangt, wer das Projekt aber beispielsweise durch eine Spende unterstützen möchte, damit weitere Stoffe angeschafft und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer weiter Masken nähen können, kann sich ebenso ans Landratsamt, unter Telefon 09561/514-2262 wenden.

Meldung vom 04.05.2020
Seit dieser Woche gibt es neue Öffnungszeiten für das Corona-Testzentrum (zentrale Abstrichstelle) sowie die Schwerpunktpraxis (Infektpraxis) am Marienhaus.

Die Abstriche im Corona-Testzentrum finden Montag bis Freitag in der Zeit von 14 bis 15 Uhr statt. Sie sind vorgesehen für Patienten, die aus medizinischer Indikation von ihren Hausärzten bzw. behandelnden  Fachärzten überwiesen werden oder vom Ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel: 116 117) vorgestellt werden.

Aufgrund des bisher überschaubaren Patientenaufkommens wird die tägliche Sprechstunde in der Schwerpunktpraxis verkürzt auf die Zeit von 15.15 Uhr bis 17 Uhr.
Die Sprechstunde am Vormittag entfällt, am Wochenende sind Sprechzeiten von 14 bis 16 Uhr. Auch hier erfolgt die Anmeldung durch den Hausarzt bzw. den behandelnden Facharzt.

03.04.2020 — Dürfen Handwerker in der jetzigen Situation und nach den derzeit geltenden Ausgangsbeschränkungen zu mir kommen?
Diese Frage sorgt momentan für etwas Verunsicherung, denn: Laut der geltenden Allgemeinverfügung des Freistaates Bayern sind berufliche Tätigkeiten erlaubt. Dazu zählen auch Arbeiten des Handwerks.

Andererseits heißt es in der Allgemeinverfügung auch, dass jeder angehalten wird, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 m einzuhalten.

Die Ordnungsämter von Stadt und Landkreis Coburg stellen hierzu fest, dass Handwerker jeden Gewerks generell auf Baustellen ihre Arbeiten ausführen dürfen – insbesondere wenn es sich dabei um Außenarbeiten handelt. Genauso ist es auch in Wohnungen möglich, die leer stehen bzw. in Räumlichkeiten, in denen Handwerker mindestens im erforderlichen Mindestabstand zwischen Personen arbeiten können.

Generell sollten alle Arbeiten von Handwerkern, die nicht notwendig sind, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Wenn zu Hause ein Notfall vorliegt, z. B. ein Wasserschaden, Heizungsausfall, eine kaputte Toilette, dann darf ein Handwerker selbstverständlich auch weiterhin kommen.

Kreishandwerksmeister Jens Beland erklärt dazu, dass die Handwerksbetriebe im Raum Coburg mit Ihren jeweiligen Kunden zunächst telefonisch in Kontakt treten, um die jeweilige Situation abzuklären: „Wenn ein Kunde derzeit keinen Handwerker auf seiner Baustelle wünscht, haben wir dafür natürlich Verständnis. Genauso bitten wir auch umgedreht um Verständnis, wenn ein Handwerker in der Situation darum bittet, die Ausführung seiner Arbeiten zeitlich zu verschieben.“ Dass der vorgeschriebene Mindestabstand und die Hygienevorschriften eingehalten werden, sei selbstverständlich.

03.04.2020 — Nach den neuesten Mitteilungen zum Thema Gärtnereien erlauben wir in der Stadt und im Landkreis Coburg nach Absprache mit der Stadt Coburg allen Gärtnereien ihren Betrieb für den Verkauf von Obst und Gemüse zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ab sofort wieder zu öffnen. Das gilt auch für den Verkauf von Setzlingen für Salat und Gemüse.

Der Verkauf von Blumen, Schnittblumen, Zierpflanzen, Gestecken oder anderen Waren ist jedoch nach wie vor nicht zulässig, dürfen jedoch an Kunden per Lieferservice oder Vertrauenskasse abgegeben werden.

Auf jeden Fall muss vermieden werden, dass sich Gärtnereien zu Hotspots entwickeln. Die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern der Kunden untereinander muss immer gewährleistet werden.

 Der Verkauf von Obst und Gemüse sowie jetzt auch Setzlinge für Salat und Gemüse ist auf Wochen- oder ähnlichen Märkten ebenso erlaubt.

© Landratsamt Coburg (von links nach rechts): Ralf Wietasch, Kai Holland und Timo Sommerluksch

Was darf ich und was nicht? Die Sonne lockt nach draußen, gleichzeitig wurden die Ausgangsbeschränkungen aber bis einschließlich 19. April verlängert.  Das führt zu einigen Fragen: Darf ich denn wirklich keine Spritztour mit dem Motorrad machen? Warum darf ich mit den Kindern nicht auf den Spielplatz? Und ist es überhaupt erlaubt, zu grillen?
Die Leiter der Ordnungsämter, Timo Sommerluksch (Landratsamt) und Kai Holland (Stadtverwaltung) sowie Polizei-Vize-Chef Ralf Wietasch erklären, worauf die Bürgerinnen und Bürger im Coburger Land – auch wenn das Wetter ins Freie lockt – achten müssen und geben einen Einblick in den Bußgeldkatalog.

Ministerpräsident Markus Söder hat die Ausgangsbeschränkungen verlängert. Was genau darf man laut diesen Ausgangsbeschränkungen denn überhaupt noch?
Ralf Wietasch: Es gilt der Grundsatz: zur Arbeit, zum Arzt, zum Lebensmitteleinkauf oder zur Hilfe für andere, darf man die Wohnung verlassen. Alles andere, ohne triftigen Grund, kann und muss warten!

Darf man dann also keinen Ausflug an den Goldbergsee oder zum Staffelberg machen?
Timo Sommerluksch: Es wird dringend davon abgeraten, Ausflüge zu Plätzen oder Sehenswürdigkeiten zu unternehmen, an denen es zu Menschenansammlungen kommen kann. Bewegung im Freien ist erlaubt, allerdings sollte man die in der unmittelbaren näheren Umgebung durchführen.

Und wie sieht es mit einem Picknick oder längerem Aufenthalt im Park aus?
Kai Holland: Spazierengehen im Park, ja. Auch, wenn man sich mal hinsetzen und verschnaufen muss, wird niemand etwas sagen. Generell gilt aber: Längere Aufenthalte in Parks, Picknicks oder auch das Sonnenbaden auf der Wiese sind nicht erlaubt.

Darf ich mich denn nicht im Freien mit Freunden treffen – auch nicht, wenn wir Abstand halten?
Timo Sommerluksch: Nein, das ist nicht möglich. Sport, Spazierengehen und Bewegung an der frischen Luft sind weiterhin gestattet. Allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung.

Aber die lang ersehnte Spritztour mit dem Motorrad ist erlaubt, oder?
Ralf Wietasch: Nein. Es ist nicht erlaubt, weder mit dem PKW noch mit dem Motorrad, private Spritztouren zu unternehmen. Wenn man damit zum Einkaufen fährt, ok. Aber mir erzählt keiner aus Coburg, dass er zum Supermarkt nach Bamberg fahren muss.

Timo Sommerluksch: Es ist auch aus dem Grund davon abzuraten, dass im Falle eines schweren Motorradunfalls Betten in Krankenhäusern belegt werden, die dann für Corona-Patienten fehlen.

Darf ich mit meinem Pferd ausreiten?
Timo Sommerluksch: Ausreiten ist erlaubt. Allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen aus dem eigenen Hausstand und ohne Gruppenbildung. Man darf auch zu seinem Tier in den Stall, um es zu versorgen.

Darf ich grillen?
Timo Sommerluksch: Natürlich, der eigene Garten darf genutzt werden – auch zum Grillen. Aber eben allein beziehungsweise nur mit den Familienangehörigen aus dem eigenen Hausstand. Nachbarn oder Freunde dürfen nicht eingeladen werden. Und auch bei der Unterhaltung zum Beispiel über den Gartenzaun gilt: Der Abstand zu anderen Menschen soll 1,5 Meter betragen. Dem Nachbarn zuprosten geht also – aber bitte aus der Ferne!

Kann ich mit den Kindern auf den Spielplatz?
Kai Holland: Nein, die Spielplätze sind gesperrt. Das hat den einfachen Hintergrund, dass Gruppenansammlungen vermieden werden sollen. Wenn aber jeder den Spielplatz nutzen will, käme es dort trotzdem zu Menschenansammlungen.

Und wie schaut es mit Sportplätzen aus?
Timo Sommerluksch: Genauso wie bei den Spielplätzen. Auch Sportplätze und Vereinsanlagen sind für die private Nutzung gesperrt. Das heißt man darf sie auch zu einem Tennismatch, zum Kicken oder was es so gibt, nicht nutzen.

Darf ich mein Auto in der (SB-)Waschanlage reinigen?
Ralf Wietasch: Autowaschanlagen sind zwar weiterhin geöffnet, aber das Autowaschen ist nur im Rahmen der beruflichen Tätigkeit erlaubt – beispielsweise für Taxen. Autowaschen im privaten Bereich ist kein triftiger Grund, seine Wohnung zu verlassen. Außerdem sollen mit dieser Regelung auch Menschenansammlungen an den Waschanlagen vermieden werden.

Darf ich Altglas oder aussortierte Klamotten zum Sammelcontainer bringen?
Timo Sommerluksch: Altglas in üblichen Mengen oder aussortierte Kleidung können zum Container gebracht werden. Allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes. Und auch hier sollte man sich die Frage stellen, ob die Entsorgung nicht auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.

Kann ich in die Kirche gehen?
Kai Holland: Kirchen dürfen, soweit sie geöffnet sind, alleine besucht werden. Gottesdienste finden nicht statt – dies gilt auch für Ostern.

Wie läuft eine Beerdigung derzeit ab?
Timo Sommerluksch: Trauerfeiern sind nur im engsten Familienkreis zulässig, mit höchsten 10, maximal 15 Personen – exklusive der Bestattungsmitarbeiter und ggf. des Geistlichen oder Vertreter einer Glaubensgemeinschaft. Sie dürfen nicht in geschlossenen Räumen stattfinden und die Teilnehmer sollen den Mindestabstand einhalten.

Und wie sieht es mit dem Pflanzen von Gräbern aus?
Kai Holland: Die Grabpflege – und dazu zählen auch Pflanzarbeiten – ist erlaubt. Natürlich gilt auch hier: Bestenfalls alleine oder mit jemandem aus dem eigenen Hausstand. Und bitte auch Abstand halten zu anderen Friedhofsbesuchern.

Dürfen Gärtnereien ihre Waren auf den Wochenmärkten anbieten?
Ralf Wietasch: Gärtnereien sind, genau wie Baumärkte auch, geschlossen. Auf den Märkten dürfen Gärtnereien lediglich Lebensmittel, wie Obst und Gemüse anbieten, aber keine Blumen oder Pflanzen.

Darf ich meine Eltern/Großeltern besuchen?
Timo Sommerluksch: Jeder ist angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, dazu zählen auch Besuche oder Kaffeekränzchen bei Verwandten außerhalb des eigenen Hausstands. Ein Besuch bei den Eltern/Großeltern ist nur dann erforderlich, wenn diese unterstützungsbedürftig sind, weil sie etwa auf Hilfe beim Einkauf angewiesen sind. Ansonsten sollte man lieber das Telefon nutzen, um in Kontakt zu bleiben.

Dürfen denn Handwerker ins Haus kommen?
Timo Sommerluksch: Nur, wenn zu Hause ein Notfall vorliegt, zum Beispiel ein Wasserschaden, Heizungsausfall, eine kaputte Toilette, dann darf ein Handwerker kommen. Alle Arbeiten, die nicht notwendig sind, sollten allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Darf ich denn umziehen?
Kai Holland: Ein Umzug ist nicht explizit verboten. Wichtig ist zu überlegen, ob der Umzug jetzt stattfinden muss oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann. Wenn nicht, ist bei einem Zusammentreffen zwischen Mieter und Vermieter bei der Wohnungsübergabe auf den Mindestabstand von 1,5 Meter zu achten. Die bekannten Hygieneregeln – keine Hände schütteln, Hände waschen – sollten unbedingt eingehalten werden.

Und dürfen mir Freunde beim Umzug beziehungsweise beim Renovieren helfen?
Timo Sommerluksch: Nein. Ein Umzugsunternehmen darf den Umzug durchführen, denn berufliche Tätigkeiten sind erlaubt. Keinesfalls sollten Freunde und Familie beim Umzug oder Renovieren mit anpacken, sofern sie nicht Angehörige des eigenen Hausstandes sind.

Gilt für die ausländische Pflegekraft auch das Einreiseverbot, das für Saisonarbeiter gilt?
Ralf Wietasch: Nein. Ausländische Pflegekräfte, die für eine befristete Zeit in Deutschland Aufgaben in der häuslichen Pflege übernehmen unterfallen nicht den Regelungen für Saisonarbeitskräfte und sind insoweit auch nicht von den jüngst angeordneten Einreiseverboten erfasst.

Wie viel muss man bei einem Verstoß denn zahlen?
Ralf Wietasch: Das Bayerische Gesundheitsministerium und das Bayerische Innenministerium haben am 27. März einen Bußgeldkatalog erlassen. Das Nichteinhalten des Mindestabstandes oder das Verlassen der Wohnung ohne triftigen Grund beispielsweise kosten 150 Euro. Der Besuch von Angehörigen in Alten- und Pflegeheimen oder im Krankenhaus – ausgenommen hiervon sind Geburts- und Kinderstationen für engste Angehörige und Palliativstationen und Hospize – kostet 500 Euro. Hat jemand sein Geschäft, das nicht zur lebensnotwendigen Versorgung dient, geöffnet, droht sogar ein Bußgeld in Höhe von 5000 Euro.

30.03.2020 — Die Grüngutsammelplätze im Landkreis Coburg wurden aufgrund der aktuellen Situation rund um das Coronavirus zunächst gesperrt.
In gemeinsamer Abstimmung haben die Bürgermeister der einzelnen Städte und Gemeinden im Coburger Land und Landrat Sebastian Straubel am Montag, 30.3.2020 entschieden, diese zunächst für Anlieferungen wieder zu öffnen.

Allerdings werden die Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich darum gebeten, bei Anlieferung – wenn diese sich wirklich nicht vermeiden lässt, indem das Grüngut beispielsweise auf dem eigenen Grundstück vorübergehend gelagert wird – auf die Vorschriften gemäß der vom Freistaat Bayern erlassenen Allgemeinverfügung zu achten. Das bedeutet, den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten und Gruppenansammlungen auf den Grüngutplätzen zu vermeiden.

Die Grüngutsammelplätze werden in den kommenden Wochen besonders beobachtet, gegebenenfalls muss die Entscheidung wieder überdacht werden.

Auch in der Abfallwirtschaft kommt es im Landkreis Coburg zu Einschränkungen. Hier geht es zur Pressemeldung.

Landratsamt Coburg

Lauterer Straße 60
96450 Coburg