Kinder sind die Wurzeln aus denen die Zukunft wächst – Unsere Pädagogik

Alle Sinne werden in der Natur angeregt und ganzheitlich entwickelt. Die Natur schmeckt, riecht, hört, fühlt und sieht sich anders an bei Regen als bei Sonnenschein. Die differenzierte Wahrnehmung kann sich besonders gut entwickeln. Der Orientierungssinn wird geschult, der Gleichgewichtssinn trainiert. Die Aufmerksamkeitsspanne erhöht sich. Die Konzentrationsfähigkeit des Kindes nimmt zu. 


Die Kinder erleben den Wechsel der Jahreszeiten. Veränderungen und Wachstumsprozesse der Natur werden wahrgenommen. Naturkreisläufe werden umfassend erkannt. Durch Beobachtungen und Experimente erschließen sich den Kindern Sinnzusammenhänge. 

Der achtsame Umgang mit der Natur wird erlernt. In der Gruppe entwickeln die Kinder eine Verbundenheit zur Umwelt, den Lebewesen und Spielkameraden. Dies ist eine gute Grundlage für eine verantwortungsvolle und soziale Haltung im späteren Leben.

Pädagogische Ziele und deren Umsetzung 

Ein jedes Kind wird von uns in seiner eigenen individuellen Persönlichkeit angenommen. Im freundlichen und respektvollen Umgang sind die Erwachsenen Vorbilder für das Verhalten der Kinder untereinander. Ein jedes Kind erhält ausreichend Freiraum, um sich selbst auszuprobieren. In ihren Lernerfahrungen und -erfolgen werden sie positiv bestärkt. Die Kinder sind für uns Lernende und Lehrende. Sie erhalten von uns Erwachsenen Hilfestellungen jedoch keine vorgefertigten Lösungsvorschläge.

Die kindliche Wahrnehmung durch Sehen, Tasten, Schmecken, Hören und Riechen wird besonders gefördert. Wir befähigen die Kinder z.B. durch gezieltes Nachfragen ihren Wahrnehmungen nachzugehen. So kann sich die differenzierte Wahrnehmung besonders gut entwickeln. Die differenzierte Wahrnehmung mit allen Sinnen ist eine Grundlage für Erkennens-, Gedächtnis- und Denkprozesse. Diese werden bei uns täglich durch naturspezifisches Lernen wie das Einprägen und Wiedererkennen von Waldwegen, Pflanzen- oder Vogelarten trainiert. Durch das Spielen im Wald wird der Orientierungssinn geschult. Das Balancieren auf Baumstämmen trainiert den Gleichgewichtssinn. Anregende Experimente und Beobachtungen in der Natur erhöhen die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder. 

Bei den Heideknirpsen wird jedes Gruppenmitglied in seiner Individualität respektiert und wertgeschätzt. Dies zeigt sich am einfachsten in der Kommunikation. Ein jedes Gruppenmitglied darf ausreden, Fragen stellen, bekommt Aufmerksamkeit und es wird ihm zugehört. Wir lernen die nonverbale Kommunikation eines jeden durch Gestik, Mimik und Körpersprache zu beachten. So entstehen gute Beziehung zu den Kindern und Erwachsenen. In den altersgemischten Gruppen können die Kinder viel voneinander lernen. Die „Großen“ üben sich in Verantwortung. Die „Kleineren“ können wiederum von ihnen abschauen, wie diese selbstbewusst schwierigere Aufgaben lösen wie bspw. dem Bau eines Staudamms. Bei uns übernehmen die älteren Kinder Patenschaften für die Jüngeren z.B. beim Ankleiden oder dem Weg zu unserem Naturplatz. Die Kooperationsfähigkeit wird so trainiert.

Jedes Kind ist ein einzigartiges Individuum. Es hat ein Recht darauf, als solches anerkannt zu werden. Die Wellmersdorfer Heideknirpse lernen, dieses Recht für sich zu beanspruchen und anderen zu gewähren. In der Natur lernen die Kinder den unvoreingenommenen und respektvollen Umgang mit den Pflanzen- und Tierarten. Die Kinder lernen Regeln des Umgangs mit der Natur: z.B. Tiere werden im Winter nicht unnötig aufgeschreckt. Im Frühjahr wird das Jungwild nicht gestört. Es werden keine Jungpflanzen um getreten. Dies fördert die Bereitschaft der Verantwortungsübernahme gegenüber allem Lebendigen.

Der Lernprozess besteht aus einem Inhalt (z.B. das Klettern) und dem Vorgang des Lernens (Wie lerne ich zu klettern?). Durch gezielte Fragen z.B. „Wie hast Du das gemacht?“ wird dem Kind das eigene Handeln und Denken bewusst gemacht. Wir lassen dabei die Kinder eigene Strategien entwickeln und eigene Lösungswege finden. Die Kinder erlernen dabei den Umgang mit Fehlern als Möglichkeit besser zu werden. Durch positive Lernerfahrungen wird die Freude am weiteren Lernen geweckt.

Unsere Kernaufgabe in der vorschulischen Bildung ist es, Kinder dabei zu unterstützen, sich zu widerstandsfähigen, starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Nicht die Frage „Was kann das Kind noch nicht?“, sondern die Antwort auf die Frage „Wie können wir die Ressourcen des Kindes stärken?“ steht im Zentrum unserer Pädagogik. Insbesondere körperliche Gesundheit, Lernbegeisterung, Kreativität und die Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme sind wichtige Ressourcen für den Übergang in die Grundschule. Die Bewegung im Freien stärkt die Gesundheit. Das Lösen schwieriger Aufgaben steigert die Lernbegeisterung. Das Spielen mit Naturmaterialien fördert die Kreativität. Der achtsame Umgang mit der Natur schult das Verständnis für die Übernahme von Verantwortung.

Durch unsere Exkursionen in die Natur lernen die Kinder, die Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren. Sie lernen dabei, dass unsere Natur unersetzlich jedoch verletzbar ist.
Über genaue Beobachtungen von Naturvorgängen wie die Beobachtung und den Umgang von Tieren erschließen sich die Kinder fragend ihre Umwelt. Sie werden dadurch zunehmend vertrauter mit der Welt. Durch den ständigen Aufenthalt in der Natur erleben und erfahren die Kinder die wechselseitige Abhängigkeit von ihr. Sie erfahren sich als Teil vom Ganzen. Folgen des eigenen Handelns werden in der Natur unmittelbarer spür- und sichtbar. Dementsprechend ist auch der Kindertagesstätten-Alltag so gestaltet, dass die Kinder den schonenden Umgang mit ihrer Umwelt als selbstverständlich kennen lernen. Im häuslichen Alltag wird das Umweltbewusstsein durch Mülltrennung, Kompostierung, Wasser sparen etc. gefördert.

Bewegung ist im frühen Kindesalter entscheidend für die Gesundheit, jedoch weitergehend auch für das Denken und das Sozialverhalten des Kindes. Über die Bewegung lernt das Kind seine eigenen Fähigkeiten einzuschätzen, gewinnt Selbstvertrauen und lernt mit anderen zu kommunizieren. Durch den Aufenthalt in der Natur können die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten u.a. durch Klettern, Springen, Laufen täglich aufs Neue trainieren. Die Kinder balancieren auf Baumstämmen, legen Staudämme an, bauen Indianerzelte aus Ästen im Wald, wodurch sie ihre Geschicklichkeit und Feinmotorik laufend verbessern können.

Der Aufenthalt in der Natur stärkt das Immunsystem und fördert die physische und psychische Gesundheit des Kindes. Unser Ziel ist es, dass die Kinder durch ein gutes „Versorgt werden“ ein gutes „Sich-selbst-versorgen-können“ erlernen. Dies fängt natürlich bei der Körperhygiene an. Die Kinder lernen regelmäßig Hände zu waschen oder die Nase zu putzen. Sie lernen die Übernahme von Verantwortung für die eigene Gesundheit. Die Kinder finden bspw. immer einen ruhigen und gemütlichen Platz um Auszuspannen. Sie können dabei frei wählen, wann sie sich aus freien Spielen zurückziehen und zur Ruhe kommen wollen.

Die Gruppe ist ein ideales Übungsfeld für Kommunikation und Sprache. Einander zuhören, helfen, trösten, streiten sind besondere Erfahrungen, die die Kinder im Gruppenleben sammeln. Sie lernen Anweisungen zu befolgen, Regeln einzuhalten, sich abzusprechen und einzuordnen. Selbst Gespräche während des Morgenkreises, Kinderkonferenzen, während des Freispiels, Sing- und Kreativspiele, Fingerspiele usw. sind wichtig für den Umgang mit der Sprache und der eigenen Ausdrucksfähigkeit

Wir arbeiten mit dem Konzept der integrierten NaturKindertagesstätte. Die Kinder verbringen die Zeit also nicht ausschließlich in der Natur. Unsere integrierte NaturKindertagesstätte verbindet die Förderung der Kinder durch das Draußen sein mit gezielten Fördereinheiten sowie den Entwicklungsmöglichkeiten die in der Kindertagesstätte geboten werden.